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Seevetaler Gespräche
Seevetal. Im Rahmen der Seevetaler Gespräche steht ein besonderes Kapitel Heimatgeschichte auf dem Programm. Matthias Clausen und Joachim von Elsner nehmen das Publikum mit auf eine bebilderte Zeitreise in die Anfänge der Maschener und Horster Heide. Der Vortrag trägt den Titel „Die Maschener und Horster Heide – Geschichten, Erinnerungen und Bilder aus einer vergangenen Zeit“ und findet am Dienstag, den 12. Mai, um 18.30 Uhr im Dorfhaus Maschen statt. Der Eintritt ist frei.
Im Mittelpunkt des Abends steht eine Vielzahl historischer Fotografien und Postkarten. Die beiden Referenten haben in den vergangenen Jahren in privaten Fotoalben gestöbert, Zeitzeugen interviewt und alte Aufnahmen zusammengetragen. Ihr Bildmaterial dokumentiert eindrucksvoll, wie sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus einer einsamen Heidelandschaft nach und nach eine lebendige Streusiedlung entwickelte.
Einen besonderen Schwerpunkt legen Clausen und von Elsner auf die neuen Bilder und Geschichten, die erst nach dem Erscheinen der ersten Auflage ihres Buches zusammengetragen werden konnten. Nach der Veröffentlichung meldeten sich weitere Zeitzeugen, die bislang unbekannte Fotografien und Erinnerungen beisteuerten. So zeigen die Referenten unter anderem alte Aufnahmen der Straßenschilder in der Horster Heide – stille Zeugen einer ganz eigenen Siedlungstopografie – und Bilder des Kohlenhändlers Caesar Meyer, der mit seinem Pferd Lotte zum festen Erscheinungsbild der Heide gehörte. „Oft fuhren Kinder auf dem Fuhrwerk mit und kamen abends schwarz nach Hause“, erinnert sich Joachim von Elsner. Aus einer Hamburger Feldstudie von 1950 stammen zudem Aufnahmen des legendären Kuhnwaldt-Busses, der die Heidesiedler seinerzeit mit der Außenwelt verband.
Genau diese Feldstudie liefert den historischen Schlüssel zur Entwicklung der Siedlung. Drei junge Studenten der Hamburger „Akademie für Gemeinwirtschaft“ untersuchten im Jahr 1950 die „zwischenmenschlichen Beziehungen in einer Streusiedlung“ sowie die Wohnkultur der Heidebewohner. „Mit diesem Bahnhof erschloss sich Maschen – damals 530 Einwohner – die Verbindung zur vorauseilenden Großstadt Hamburg“, heißt es in ihrer Arbeit über den 1901 eröffneten Bahnhof Maschen. Ihre bemerkenswerte Beobachtung: Nicht das Dorf sei zur Stadt gekommen, sondern die Großstadt ins Dorf – zunächst durch Erholungssuchende, später verstärkt durch Ausgebombte nach 1943 und Flüchtlinge nach 1945.
Matthias Clausen und Joachim von Elsner verbinden das Thema aber nicht nur mit Archivarbeit, sondern mit eigenem Erleben. Clausens Großvater erwarb bereits vor dem Ersten Weltkrieg ein 5.000 Quadratmeter großes Wochenendgrundstück in der Horster Heide. „Wir lebten in einem vergrößerten Wochenendhaus, das aus den Brettern alter Wehrmachtsbaracken ständig erweitert wurde“, erinnert sich der 72-jährige Maschinenbau-Ingenieur. Joachim von Elsner wiederum verbindet mit der Gegend seine Volksschulzeit in Maschen und den langen Schulweg zu Fuß über die Horster Landstraße. Getreu dem Motto „grabe, wo du stehst“ lassen die beiden Freunde ein Stück Heimatgeschichte „von unten“ lebendig werden – mit dem Alltag der ganz normalen Dorfbewohner im Mittelpunkt.
Im Anschluss an den Vortrag besteht die Gelegenheit, das Buch „Mein Dorf, wie hast du dich verändert!“ – nun in der erweiterten zweiten Auflage – zu erwerben. Ebenfalls angeboten wird der Band „Streifzüge durch Seevetal“, zu dem beide Vortragenden Beiträge geleistet haben.
Auf einen Blick
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